Allgemeine Zeitung, 18. Mai 2009

     

RUNDGANG In Dexheim und ganz Rheinhessen laden Privatleute zum "Tag der offenen Gärten" ein.


Foto: hbz/Michael Bahr ; Text von Werner Baum

Auf 2000 Quadratmeter im Dexheimer Holunderhof hat Betina May einen Gartentraum aus Blüten und Sträuchern wahr werden lassen.

In traumhaft schönen Farben und mittelalterlicher bäuerlicher Gartenkultur haben am Wochenende in der kleinen Gemeinde Dexheim drei Hobbygärtner mit viel Talent ihre bezaubernden und interessanten Anlagen geöffnet. Anlass dazu waren die Tage der offenen Gärten, an denen insgesamt 33 Gemeinden in Rheinhessen beteiligt waren. Im üppigen Grün und einer bunten Flora konnte die große Schar von Gartentouristen am Wochenende viel Interessantes sehen, Entspannung finden, die Seele baumeln lassen und Anregungen für die eigenen Beete zu Hause holen.

In Dexheim sind neben dem Schulgarten teilweise noch die ehemaligen Bauerngärten hinter den Weingütern oder landwirtschaftlich genutzten Höfen vorhanden: ein Stück Kultur, das hoffentlich noch lange erhalten bleibt. Besonders im Mittelalter und in Kriegszeiten ernährten die bis auf den letzten Fleck bepflanzten Flächen viele Familien das ganze Jahr mit vitaminreicher Kost. Von Gärten wird in der Geschichte schon 200 Jahre v. Chr. geredet. Nach dieser Zeit zählten "Die hängenden Gärten der Semiramis" zu den sieben Weltwundern. Diese Gärten waren in Babylon am Euphrat, im heutigen Irak, angesiedelt. Mit Sicherheit zeigten die dortigen Spaliere im vorderen Orient noch nicht diese Farbenpracht mit sattem Grün wie heute in Rheinhessen.

Gepflegte Gärten faszinieren fast das ganze Jahr über. Die Ernten von Obst und Gemüse waren noch einige Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg Ernährungsträger. Später verschwand das Gemüse aus den Beeten und Rabatten. Blumen und Rasen eroberten die Flächen. In den kommenden Jahrzehnten entstand vielerorts ein Feuerwerk von bunten Farben, wie sie nur Künstler auf die Leinwand bringen.

Im Dexheimer "Holunderhof" kam Begeisterung auf, wie schön ein Garten sein kann. Der Fleiß, der auf rund 2000 Quadratmetern nötig ist, kann nur geschätzt werden. Betina May widmet ihre Freizeit dem Garten. Sie hat ihre Liebe zu Pflanzen und parkähnlichen Anlagen entdeckt. Arbeit hinterm Haus gibt es fast das ganze Jahr über, die bereits nach Weihnachten mit dem Rückschnitt der Bäume und Sträucher beginnt. Jeder Tag bringt für Betina May neue Entdeckungen in der eigenen Pflanzenwelt. Besonders liebt sie Rosen, Clematis und Akelei in vielen Farben. Mit ihren Gartenfreunden hat die Ernährungswissenschaftlerin die einstige Öde im früheren Schulgarten wieder zum Blühen gebracht und reihte diesen in Dexheim in die Garten-Attraktionen ein.

Den Kontrast zur großen Blumenflora stellte das Weingut Strohm direkt gegenüber. Doris Strohm, gelernte Kauffrau, und Ehemann Ernst, Winzermeister, haben ebenfalls ein Faible für Rasen. Allerdings steht dahinter der Bauerngarten im Vordergrund. Viele der jüngeren Generation müssen heute schon genau hinschauen, um das Gemüse nach den Blättern und die Stauden nach dem Wuchs zu erkennen. Heute liegen fast alle Früchte ohne Blätter im Supermarkt. Gegenwärtig wachsen das Kohlgemüse, Sellerie-Salat, Karotten, Radieschen, Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Schnittlauch kräftig heran.

Zu den erlebnisreichen Tagen für die Pflanzen- und Naturfreunde hatte Martina Mouton, Niersteiner Gastronomin, ein sommerliches "4-Garten-Menü" zusammengestellt. Im ersten Gang wurde der Schulgarten mit seinen Kräutern und Blüten unter die Lupe genommen. Danach führte der Weg in den Bauerngarten im Weingut Strohm. Ziel war danach der "Holunderhof", wo die Besucher im "Gartencafé Villa Mouton" zum Frühstücks- und Mittagstisch und nachmittags bei Kaffee und Kuchen einkehren konnten.


Willkommen
im Holunderhof

 


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